Take Stuttgart – Erfahrungen eines Peers

Take Stuttgart ist ein Angebot, um dich über Freizeitdrogen zu informieren.

In diesem Artikel geht es um einen „Peer“, so werden die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Take genannt. Seine Erfahrungen, sowie allgemeine Infos zur Peer-Arbeit erhaltet ihr in diesem Beitrag. Wir möchten euch zum einen auf die Arbeit von Take aufmerksam machen, zum anderen wäre es schön, mit dem Artikel interessierte Freiwillige zur Mitarbeit anzuregen.

Erstkontakt mit Take Stuttgart

Wie der Großteil der heute engagierten Peers stieß auch Kim während einer Veranstaltung zum ersten Mal auf einen Infostand der Organisation. In seinem Fall war das beim „Tanz im Park“ im Rahmen des Lichterfestes auf dem Killesberg. Bis dahin hatte er noch nichts von der Organisation gehört, welche eine Untergruppierung des Release Stuttgart e. V. darstellt.
Am Stand kam er mit den Take Mitarbeitern in Kontakt. Dort erfuhr er was genau Take ist und wie dort gearbeitet wird. Daraufhin entschloss er sich dazu, für ein intensiveres Gespräch die Räumlichkeiten der Take-Crew aufzusuchen. Dort wurde ihm alles Weitere zur ehrenamtlichen Mitarbeit erklärt.
Im Anschluss folgte die entsprechende Peer-Schulung, diese wird von den hauptamtlichen Angestellten durchgeführt und umfasst Themen wie Substanzkunde, Beratung, sowie Erste Hilfe im Drogennotfall. Das dort erhaltene Wissen kann also auch allgemein, außerhalb der Take-Arbeit sehr nützlich sein.

Die Aufklärungsarbeit am Stand

Pro Jahr ist Take auf etwa 12 Einsätzen unterwegs. Diese umfassen verschiedene Veranstaltungen: von Goa-Partys bis zum Christopher Street Day werden von Take die vielfältigsten Veranstaltungen und somit auch die unterschiedlichsten Partygäste erreicht. Dabei ist anzumerken, dass die Take-Mitarbeiter nicht selbst auf die Partygäste zugehen, vielmehr ist es so, dass Interessierte eingeladen werden, sich am Stand zu informieren. Ob über die ausliegenden Infomaterialien oder auch im Gespräch mit den ausgebildeten Experten am Stand.
Dieser Fakt macht die Arbeit relativ einfach. Denn wer interessiert an den Stand kommt, ist in der Regel auch offen, um sich über die Themen rund um Partydrogen auszutauschen. In den seltensten Fällen kommt es zu unangenehmen Situationen. Sollte es doch einmal dazu kommen, sind immer genügend Peers dabei, um die Situation gemeinsam zu meistern und die wichtigsten Informationen zu vermitteln.
In der Regel lassen sich Standbesucher allgemein über die Arbeit von Take informieren. Einige lassen sich auch über Substanzen oder Konsumformen aufklären. Doch auch politische Themen wie Drugchecking oder die Legalisierung von Drogen werden am Infostand häufig angesprochen und hinterfragt.

Eigene Erfahrungen und der Lernprozess

Mittlerweile ist Kim bereits seit etwa zwei Jahren als ehrenamtlicher Mitarbeiter an Bord. In dieser Zeit war Kim auf etwa 15 Einsätzen dabei, damit gilt er als erfahrener Peer.
Ein Informationsgespräch, welches Kim besonders in Erinnerung geblieben ist, kam auf dem Electrique Baroque 2018 zustande. Eine Mutter war mit ihrer Tochter dort zu Gast und die beiden ließen sich von Kim rund eine halbe Stunde ausführlich beraten. Solche Situationen sind im Partyumfeld sonst kaum zu beobachten – jedoch umso schöner, dass sich die beiden Interessierten hier ungezwungen über wichtige Themen austauschen konnten.
Kim schätzt bei seiner Take-Mitarbeit insbesondere die Abwechslung vom Alltag und sich mit netten Kolleginnen und Kollegen für eine gute Sache einzusetzen.
Außerdem findet er es spannend, immer wieder Neuigkeiten zu erfahren. Ständig kommen neue Substanzen auf den Markt, Konsumformen verändern sich und so lernt er immer wieder dazu und erweitert seinen Horizont. Durch jede Beratung erhält er weitere Sicherheit im Beratungskontext. Mit steigender Erfahrung fällt es ihm immer leichter, sich auf neue Leute einzulassen bzw. kann der Gesprächsfluss immer besser gelenkt werden.

Mitarbeit bei Take

Für eine Mitarbeit bei Take ist es wichtig, Lust auf Begegnung zu haben und Gespräche mit fremden Menschen nicht zu scheuen. Es geht nicht darum, Leute von etwas zu überzeugen oder deren Handeln zu verändern, sondern sie zu informieren und im Optimalfall eine Reflexion bei Konsumenten anzuregen.
Wer mindestens 18 Jahre alt ist und die obligatorische Peer-Schulung abgeschlossen hat, kann mit der ehrenamtlichen Arbeit bei Take beginnen.
Nachdem 5 Einsätze absolviert worden sind, ist es möglich, sich im Rahmen von Peers on Tour (kurz: POT) mit einem Rucksack bewaffnet auf Partys und Veranstaltungen zu begeben. Diese können frei gewählt werden und nach Absprache mit dem Veranstalter kostenlos besucht werden.
Für alle Arten von Einsätzen wird die ehrenamtliche Mitarbeit übrigens mit einer Aufwandsentschädigung vergütet. Je nach Veranstaltung und Einsatzdauer ist es auch möglich, die Veranstaltung vor oder nach dem eigenen Einsatz als Gast zu besuchen und somit auch die Eintrittskosten zu sparen.

Peer-Schulung 2020

Die jährliche Peer-Schulung findet 2020 an folgenden Terminen statt:

07.02.2020 Kennen lernen, was ist take, was ist release e.V.
Wir stellen euch Take vor und was euch bei uns erwartet. Natürlich sollt ihr uns kennenlernen und wir möchten euch kennenlernen.
21.02.2020 Substanzkunde Teil 1
Alles rund um Alkohol, Cannabis, XTC, Speed, Kokain & Co: Wirkung, Safer Use und Riskreflecting
06.03.2020 Substanzkunde Teil 2
Mischkonsum, Pillenwarnungen und Safer Party.
20.03.2020 Beratung
Workshop zum Thema Beratungen auf Events. Was sind die Herausforderungen? Wo liegen die Grenzen? Was muss ich beachten?
03.04.2020 Erste Hilfe im Drogennotfall
Erste Hilfe im Drogennotfall. Wissen, was zu tun ist, wenn es drauf ankommt.

Bei Interesse meldet euch bis 02.02.2020 bei Maren per Mail unter: maren.pletat@take-stuttgart.de

Wir bedanken uns im Namen der elektronischen Musikszene bei Take für die wichtige und wertvolle Arbeit!

Rave safe und gut’s Nächtle!

Chris

Online-Redakteur, Administrator

Szene-Aktivist. Geprägt von vielen positiven Partyerlebnissen, sowie reichlich guter Musik, geht es nun darum, der Szene etwas zurück zu geben.