Stuttgart feiert Dubstep – Mit Lost_Frequencies. und MATEX

MATEX

Mit Max, bzw. MATEX wie sein Künstlername lautet, habe ich mich getroffen um mehr über die lokale Bassmusik-Szene zu erfahren.
Tatsächlich konnte ich viel Neues erfahren und die gewonnenen Erkenntnisse sind anschließend in diesen Beitrag eingeflossen. Ebenfalls werdet ihr hier den Dubstep-Plattenleger MATEX kennenlernen.

Doch jetzt erstmal langsam, die meisten denken bei Dubstep wahrscheinlich direkt an Skrillex, doch hinter dem Genre steckt noch viel mehr!
Deshalb zuerst einmal:

Wikipedia Geschichtsunterricht:
Dubstep bezeichnet eine größtenteils in South London entstandene Musikrichtung, die aus Reggae, Dub, Garage und Two Step hervorging. Die Entstehung begann etwa um das Jahr 2001, wobei es keine Einigkeit darüber gibt, welche die erste Dubstep-Platte war. Der UK-Garage-DJ El-B wird in mehreren Quellen als erster Dubstep-Produzent aufgeführt. Der Begriff Dubstep stammt aus dem Club Forward, der einen passenden Begriff für das neu entstandene Musikgenre gesucht hatte. Schnell nahm die Musik vielfältige Einflüsse – etwa aus Elektro, Jungle und anderen elektronischen Stilrichtungen – auf, und viele Künstler wie Skream oder Benga entwickelten den Stil immer weiter weg von den Garage-Wurzeln. Eine Art „Schwestergenre“ ist Grime, eine britische Form des Hip-Hop, die ähnlichen Wurzeln entspringt, aber anders als der größtenteils instrumentale Dubstep auch Raps beinhaltet. Es gibt und gab zu jeder Zeit in der Geschichte der Musikstile prominente Beispiele der gegenseitigen Vermischung und Beeinflussung. Viele Produzenten von Grime-Instrumentals machten sich auch als Dubstep-Künstler einen Namen.

Also nochmal kurz in eigenen Worten zusammengefasst: Dubstep ist ein sehr unberechenbares Genre. Hinter jedem Beat lauert quasi auch schon ein Break. Außerdem wird Dubstep gerne mit den unterschiedlichsten Stilen, wie Reggae, Hip Hop oder auch Metal kombiniert. Bei diesen abgefahrenen Rhythmen, werden einfach wie von alleine sämtliche Sollknickstellen des menschlichen Körpers betätigt – Widerstand zwecklos.
Auch wenn Dubstep hier in Deutschland eher ein Nischendasein genießt, ist eine Szene vorhanden, auch hier in Stuttgart – Sie sind unter uns!

Bassmusik in Stuttgart

Bassmusik wie man die Richtungen Dubstep, Drum & Bass, Jungle, usw. gerne zusammenfasst- ist leider in der Stuttgarter Musiklandschaft aktuell sehr unterpräsentiert.
Vereinzelte Veranstaltungen finden zwar statt, doch werden diese oftmals im privaten Rahmen abgehalten und sind nur auf Einladung zugänglich.
Irgendwie hat das ja schon auch seinen Reiz – im kleinen Rahmen mit bekannten Gesichtern zu feiern.
Doch hierbei gibt es einen klaren Nachteil aufzuzeigen. Die Subszene bleibt unter sich und Leute, die mit der Musikrichtung noch keine Berührungspunkte hatten werden wohl kaum darauf aufmerksam werden.
Das Publikum wird sich also nicht wirklich vermehren und die Stuttgarter Clubgrößen haben keinen Anlass Bassmusik in ihren Räumlichkeiten schallen zu lassen.
Anzumerken wäre natürlich, dass dies wohl kaum die Absicht der Veranstalter ist. Viel eher ist diese Situation darauf zurückzuführen, dass in Stuttgart allgemein wenig Orte für unkommerzielle Kulturevents zur Verfügung stehen.

Dubstep wurde Opfer des „Clubsterbens“
Fakt ist, dass einige Clubs, welche Platz für diese Art von elektronischen Musikveranstaltungen boten, sind mittlerweile nicht mehr existent sind.
Da fallen Namen wie die Röhre, das Rocker 33, die Pano.Bar und das Zollamt.

Nun ja, wir leben im Hier und Jetzt! Öffentliche Bassmusik-Partys gibt es derzeit hier:

  • Romantica – Wednesdaybreaks: Speziell auf Drum & Bass und Jungle ausgerichtete Partyreihe. Immer den ersten Mittwoch im Monat. Wir wünschen uns die Veranstaltung übrigens auch mal am Wochenende!
  • Im Mos Eisley finden immer mal wieder Bassmusik-Partys statt. Hier die Augen offen halten, nach den Veranstaltungen „Big Beat Boutique“, sowie „Territory Sound“
  • Die Veranstalter der Stuttgart Kaputtdubben-Reihe kehren mehrmals Jährlich im Lehmann ein.
  • Lost_Frequencies im Studio 38

Die Veranstaltungsreihe Lost_Frequencies.


Lost_Frequencies. ist der Name der Partyreihe, welche von den DJs MATEX und SKKKRTCOBAIN, aufgezogen werden.
Die Partyreihe startete im November 2018 und wurde danach weitere 6-male im Studio 38 wiederholt.
Funfact: Die erste Veranstaltung ging viral und es gab enorm viele Zusagen auf Facebook, sodass die Jungs die Veranstaltung am Tag davor aus dem Netz nahmen. Mit vollen Hosen feierte die Crew dennoch einen gebührenden Einstand.

Mittlerweile hat es sich in der Szene herumgesprochen, dass die Partys der zwei Jungs es ganz schön bringen. Inzwischen platzt die Lokalität daher aus allen Nähten.
Aus diesem Grund ist die Crew aktuell auch auf der Suche nach einer etwas größeren, geeigneten Location, in welcher diese Dubstep / Drum & Bass Reihe fortgeführt werden könnte.
Chapeau für die Entscheidung, den Mut zu fassen das Ganze in die Hand zu nehmen und Glückwunsch für den positiven Verlauf!

Nun zu MATEX

Als Max 2014 von Mönchengladbach für sein Luft- und Raumfahrtstudium nach Stuttgart kam, brachte er seine Vorliebe für Dubstep bereits mit.
Ein Jahr später, 2015, begann er dann mit dem Auflegen. Genau genommen mit „dem klassischen und deepen Dubstep“ – wie er ihn selbst bezeichnet.

Um ein Bild zu seinem Sound zu bekommen, hier ein Set zum reinhören:

Bevor MATEX die eigene Veranstaltungsreihe an den Start brachte, bekam er beispielsweise auf einer Zollamt Newbie-Night die Chance, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und auch sonst nahm er jede Gelegenheit mit, die Teller zu drehen. Getreu dem Motto: Übung macht den Meister.

Ebenfalls auf einer Newbie-Night im Zollamt wurde MATEX von einem Drum & Bass – Vinylset begeistert, woraufhin er das Auflegen mit Vinylplatten auch für sich entdeckte.
Monat für Monat blutet sein Portemonnaie, denn seitdem er Vinyls für sich entdeckt hat, investiert er jeden Cent in neue Platten.
Gerade im Bassmusik-Bereich existieren viele, kleine Labels, die ihre Platten in extrem limitierten Auflagen schneiden lassen oder selbst schneiden. Unter anderem dieser Fakt macht das Ganze für ihn besonders spannend. Jederzeit muss der Markt beobachtet werden um die „freshesten“ Erscheinungen abzufischen.

MATEX

Max, sowie der gesamten, lokalen Bassmusikszene wünsche ich weiterhin viel Erfolg und dazu die Gier nach einem großen Bassrevival in Stuttgart.

Sobald die nächsten Dates bekannt sind, erfahrt ihr das über Gut’s Nächtle Stuttgart!

Wer sich noch weitergehend informieren möchte, findet hier z.B. eine interessante Doku über die Entstehung des Dubstep:

Peace out & Gut’s Nächtle!

Chris

Online-Redakteur, Administrator

Szene-Aktivist. Geprägt von vielen positiven Partyerlebnissen, sowie reichlich guter Musik, geht es nun darum, der Szene etwas zurück zu geben.