Der Rave zum Kulturerbe

Quelle: ravetheplanet.com

Rave the Planet ist spätestens seit der Ankündigung der Loveparade 2021 in aller Munde. Doch für was setzt sich dieses Projekt ein? Was sind die Ziele und welchen Sinn macht das für die elektronische Musikszene? Guts Nächtle hat nachgeforscht und mal genauer hingeschaut.

We are one family!

Rave the Planet ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin, die sich dem “Spirit und der Kultur der elektronischen Tanzmusik widmet. Initiator*innen sind Künstler*innen, Raver*innen, Unternehmer*innen – allen voran der Erfinder der Loveparade Dr. Motte.

Rave the Planet soll für Liebe zur elektronischen Tanzmusik, Spaß am Leben und gleichzeitig für Völkerverständigung, Vielfalt, Offenheit und Respekt stehen. So steht es auf ihrer Website.
Wie kann das praktisch aussehen und welche Projekte sollen dazu beitragen? Ein Herzensanliegen für das im Moment weltweit propagiert wird, ist das Projekt: „Techno als Weltkulturerbe zu beantragen“. Mit diesem Anliegen haben sie es bis in die aktuelle Ausgabe der deutschen Vogue geschafft.

Frei nach ihrem traditionellen Grundsatz von Anfang an: „We are one family“ sieht das Projekt die elektronische Tanz- und Clubkultur als weltweite, inspirierende und begeisternde Verbindung zwischen Menschen. „Wir wollen die Wahrnehmung der Clubkultur positiv verändern. Weg von der Vergnügungsstätte und dem Ort der Gefährdung, hin zur anerkannten Kulturstätte. Diese Kultur zeichnet sich durch Toleranz und Friedlichkeit aus. Sie überwindet Grenzen, Konventionen, Rassen, Generationen und hat viel Platz für Individualisten.“

Für die Gründer des Projekts ist raven eine kulturelle Ausdrucksform und bildet eine Brücke zwischen Menschen weltweit. Raven motiviert und inspiriert innerhalb dieser Kultur auf vielfältige Art aktiv zu werden. Aus Liebe zur Musik haben Menschen angefangen zu produzieren, Platten aufzulegen, Labels zu gründen, Clubs zu eröffnen, Veranstaltungen zu organisieren, über die Szene zu schreiben oder zu raven.

Quelle: ravetheplanet.com

Welche Vorteile ergeben sich wenn Techno zum Kulturerbe erklärt wird?

Welche gesellschaftlichen- und rechtlichen Vorteile wird es geben, wenn Techno zum Kulturerbe erklärt wird? Gesellschaftliche Vorteile ergeben sich durch die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis der UNESCO, als eine kommunikative und symbolische Anerkennung der elektronischen Tanz- und Clubkultur.

Der Status „Immaterielles Kulturerbe“ fördert das Bewusstsein der Gesellschaft dafür, dass die elektronische Musikkultur eine eigenständige Kulturform ist, die längst dem Nischendasein entwachsen ist.

Die Aufnahme garantiert internationale Aufmerksamkeit und sensibilisiert dafür, diese Kultur zu schützen und zu erhalten. Sowie Zugang zu Räumen zu bekommen und mehr Akzeptanz und Toleranz in der Gesellschaft zu erhalten.
Mittelfristig sollen dadurch lockerungen von Vorschriften und Auflagen erreicht werden. Das hätte rechtliche Vorteile zur Folge: die städtischen Verwaltungen hätten größeren Spielraum und könnten leichter zugunsten von Kulturstätten entscheiden. Hier geht es um Schallschutz sowie Brand- und Denkmalschutz. Außerdem beträfe es das Bau- und Gaststättenrecht.

Der Status „Immaterielles Kulturerbe“ sorgt für deutlich niedrige Hürden und Auflagen bei der Neueröffnung eines Clubs. Zudem ebnet das den Weg für staatliche Subventionen und gemeinnützige Förderungen. Ebenfalls wären Steuervorteile vorstellbar z.B. generell 7% anstatt der bisherigen 19% Umsatzsteuer.

Was sind weitere Ziele des Projekts?

Ein weiteres Ziel von Rave the planet ist es, Kompetenzen zu entwickeln und das Verantwortungsbewusstsein zu fördern. Sowohl bei denen, die aktiv am Gestaltungsprozess teilnehmen (z.B. Künstler, DJs, Veranstalter etc.), als auch bei denen, die aktiv welche die vielfältigen Angebote der Kultur nutzen (z.B. Partygäste).

Ein anderes Anliegen ist es u.a. die politische und gesellschaftliche Akzeptanz zu stärken und zu erhöhen und sich aktiv für die Stärkung der Rechte von Künstlern und Urhebern einzusetzen.

Wir finden die Idee super und wünschen uns, dass diese Akzeptanz und Unterstützung auch in Stuttgart ankommen wird. Zahlreiche Auflagen und Nichtakzeptanz machen es immer schwerer eine angenehme Atmosphäre auf Veranstaltungen und in Clubs zu schaffen.

Wir freuen uns, wenn die elektronische Musikkultur als fester und anerkannter Bestandteil der Gesellschaft wahrgenommen wird. Mit all ihren positiven Aspekten die sie mit sich bringt. Das friedliche Miteinander, die Liebe zur Musik und zum Tanz ganz unabhängig von Konventionen, Grenzen oder Rassen mit absoluter Toleranz für das Gegenüber. Einfach das hedonistische Ausleben der ureigenen Bedürfnisse in einem inspirierenden, friedlichen und geschützten Rahmen.

Bitte mehr davon!!

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte kann sich hier weitergehend darüber informieren:

Bis bald auf der Tanzfläche 😊

Tabea

Online-Redakteurin

Irgendwas mit Marketing & Social Media. Leidenschaftliche Tänzerin und Liebhaberin elektronischer Musik. Immer unterwegs auf der Suche nach bestem Sound.