1000 Meilen – UMANNTO & Patrizia Capreoli

Im November 2019 erschien die EP „1000 Meilen“ von UMANNTO und Patrizia Capreoli. Aus diesem Grund wurden die beiden zum Interview gebeten. Im folgenden erzählen die beiden über ihre musikalische Vergangenheit und ihre Zusammenarbeit. Außerdem erfahrt ihr im Interview was Tinder mit der ganzen Sache zu tun hat.

Während dem Lesen, könnt ihr die EP hier bereits anhören:

Viel Spaß beim Lesen!

Interview

Beschreibt eure Musikalische Vergangenheit. Wann habt ihr angefangen Musik zu machen?

Patrizia: Wahrscheinlich schon im Bauch meiner Mutti!
Nein, ernsthaft: Da ich aus einer musikalischen Familie komme, war Musik eigentlich immer präsent. Zuhause hatten wir ein kleines Studio und somit waren auch Instrumente immer vor Ort. Das Mikrofon hat mich schon immer fasziniert und so begann ich tatsächlich schon sehr früh Musik zu machen.
Im Alter zwischen 11 und 20 Jahren machte ich eine klassische Gesangsausbildung, somit hat mich die Klassik in dieser Zeit sehr geprägt.
Ansonsten sang ich auf Italienisch in verschieden Coverbands und mit 14 schrieb ich meine ersten eigenen Songs.

Umannto: Ich habe mit 16 Jahren angefangen Hip-Hop zu feiern und ein Jahr lang scratchen geübt. Das hat mir dann nicht mehr gereicht und ich hatte auch Bock Beats zu bauen. Angefangen zu rappen habe ich dann auch noch. Mit der Zeit haben mich immer mehr Musikrichtungen interessiert, Drum N Bass, Dubstep und schließlich auch House Musik, die ich zurzeit hauptsächlich produziere.

Was war zuerst da? Markus‘ selbst produzierte Musik oder Patrizias Texte?

Patrizia: Meine Texte und meine Kompositionen gab es zuerst. Da diese akustisch und teilweise auch mit Livebands gespielt wurden, musste Markus diese dann entsprechend elektronisch Umsetzen. Dabei konnte Markus sich dann austoben

Welche Einflüsse gab es, welche euch zu eurem jetzigen Style gebracht haben?

Umannto: Grundsätzlich war ich schon immer ein Fan von Funkmusik. Ich denke, das hört man vielleicht bei „Wiedersehen“ heraus. Ansonsten sind die Songs ja eigentliche elektronische Remixe von den akustischen Versionen, die Patrizia zusammen mit Freunden komponiert hat. Ihre Musik war in dem Fall meine größte Inspiration.

Patrizia: Genau – die Songs auf der EP entstanden aus den Kompositionen von mir und meiner damaligen Band. Da Umannto diese Kompositionen für die Umsetzung im elektronischen Stil verwendet hatte, war das wohl der größte Einfluss, welcher zur gemeinsamen EP geführt hat.

Was motiviert euch zu Musizieren, was bringt es euch persönlich?

Patrizia: Die Motivation entsteht bei mir z. B. in bestimmten Situationen durch Impulse, manchmal auch inspiriert durch einen anderen Menschen. Wenn es mich packt, dann schreibe ich einen Song auch mal in 15 Minuten. Dann kommt es aber auch mal vor, dass ich drei Stunden auf meiner Gitarre spiele und es passiert einfach gar nichts.
Was mir die Musik definitiv persönlich gibt, ist Freiheit! Das Singen ist für mich wie fliegen.

Umannto: Mir macht es einfach Spaß. Was darüber hinaus noch motiviert, sind natürlich Menschen, die meine Musik feiern :)Und das Gefühl, wenn gerade ein neuer Song entstanden ist, das ist unbeschreiblich.
Wenn ich den Track feier, dann danke ich immer dem Universum für die Inspiration 🙂

Sängerin Patrizia Capreoli und Produzent UMANNTO

Über welchen Zeitraum wurde an der EP gearbeitet?

Umannto: Im Herbst oder Winter 2017 habe ich mit dem ersten Remix angefangen und am 15. November 2019 war dann der Release Termin der EP. Das Abmischen und die Fertigstellung des Musikvideos haben die Sache ein wenig verzögert, denn die rohen Songs standen relativ schnell.

Patrizia: Da kann ich Umannto nur zustimmen. Die Songs entstanden relativ schnell, das hat mir sehr gefallen. Auch die Zusammenarbeit mit Markus im Allgemeinen war super entspannt.

Welche Schwierigkeiten traten im Laufe der EP auf?

Patrizia: Mit Schwierigkeiten hatte wohl insbesondere Markus bei der Soundproduktion zu kämpfen. Mir bleibt auf jeden Fall noch die schwierige Drehortsuche für das Video im Kopf.

Umannto: Für mich ist die größte Herausforderung immer das Abmischen meiner eigenen Songs. Da bin ich ziemlich perfektionistisch und bekomme manchmal einen Tunnelblick. Einen Drehort und Drehtermin für das Musikvideo zu finden war ebenfalls schwierig. Wir brauchten einen relativ großen Raum, denn man abdunkeln kann und mit schwarzem Mollton verkleiden. Und irgendeiner vom Filmteam konnte immer nicht an dem Tag, wo alle anderen konnten.

Der große Aufwand rund um das Musikvideo hat sich auf jeden Fall gelohnt! Hier gibt’s das Endergebnis:

Wie kam eure musikalische Kooperation zustande?

Umannto: Wir haben uns über Tinder kennengelernt. Nach dem ersten Treffen hat mich Patrizia auf eins ihrer Konzerte eingeladen und ich fand ihre Stimme Hammer und manche Songs haben mich auch sehr inspiriert, obwohl so klassische Singersongwriter Sachen meistens nicht mein Fall sind. Ich hatte ziemlich schnell die Idee, daraus etwas elektronisches, härteres zu machen. Patrizia fand die Idee gut, ihr damaliger Pianist ihrer Band hat mir die Spuren der Songs geschickt und los ging es. Im Bett sind wir also nicht gelandet, dafür dann in meinem Homestudio 🙂

Patrizia: An dieser Stelle: danke an Tinder! Da sieht man mal, dass das gar nicht so ein Bullshit ist, was dabei entstehen kann und man nicht nur in der Kiste landen kann.
Als Umannto den Vorschlag gemacht hat, war ich davon begeistert und sehr neugierig. Denn auch ich selbst liebe elektronische Musik!

Wie würdet ihr den Stil der EP beschreiben?

Umannto: Melodisch, elektronisch, mal funky und jazzig, mal melancholisch mit Tiefgang

Patrizia: Definitv Melodisch, elektronisch, jazzig, ein bisschen funky. Bei „Wiedersehen“ ist es für mich schon eher Deep House, melancholisch mit Tiefgang – definitiv! Das ist für mich wichtig, da ich die Leute ein Stück weit auch inspirieren möchte.
Im Allgemeinen würde ich sagen: Tanzbarer elektronischer Sound. Man könnte aber auch einfach im gemütlichen Umfeld zuhören, gerade wegen den Geschichten, die in den Tracks erzählt werden.

Patrizia, schreibst du die Texte selbst und was inspiriert dich dazu?

Patrizia: Erlebnisse, Situationen aber nicht nur aus meiner Sicht betrachtet, sondern auch Situationen der Gesellschaft und auch meine Tochter hat mich bereits dazu inspiriert Songs zu schreiben. Das ist immer unterschiedlich. Doch natürlich sind Gefühle und Emotionen immer mit dabei.

Markus, macht es für dich einen Unterschied Solo zu spielen oder mit Patrizia auf der Bühne zu stehen?

Umannto: Mit Patrizia muss ich mich live natürlich ziemlich an die Songstrukturen halten, damit sie ihre Texte gut singen kann. Wenn ich solo spiele, dann bin ich freier und kann im Endeffekt machen was ich will. Beides macht aber Spaß!

Gibt es aktuell Pläne eure Kooperation weiter zu führen? Darf auf neues gehofft werden?
Ob als Duo oder auch Solo?

Patrizia: Definitiv! Als Duo haben wir richtig Bock darauf, weiter zu performen. Wir sind nur eben auf der Suche nach passenden Locations, in denen wir Performen können. Wir hoffen darauf, dass Stuttgart dafür auch offen ist. Nur die EP veröffentlicht zu haben, reicht mir persönlich nicht aus. Die Songs sollten auf jeden Fall von uns live weiter präsentiert werden, denn Live kommt die Musik auch 1000-mal geiler, würde ich behaupten!

Umannto: Ich schicke Patrizia immer mal wieder Beats. Sie muss nur drauf schreiben 🙂 Ansonsten bin ich weiterhin fleißig am Produzieren. Neue House Songs (teilweise wieder mit orientalischem Einfluss) wird es geben, sowie ein paar Songs mit der Stuttgarter Sängerin Maja Iris. Außerdem will ich mein Live Set weiter ausbauen und mehr in Clubs spielen.

Gibt es noch etwas, was ihr los werden wollt?

Umannto: Liebt euch selbst, hört immer auf euer Herz und zieht euch die 1000 Meilen EP rein!

Patrizia: Das hat Umannto ja sehr schön gesagt! Hört immer auf euer Herz und zieht euch auf jeeeeden Fall die 1000 Meilen EP rein!
Verschließt euch nicht.
Seit offen – auch für neuen elektronischen Sound mit deutschen Vocals.
Wir möchten den Leuten da draußen einfach auch ein bisschen Freude schenken.

Abschluss und Danksagung

Vielen Dank für das tolle Interview! Den beiden wünschen wir viel Spaß und Erfolg auf dem weiteren Weg. Außerdem hoffen wir auf viele weitere Produktionen der beiden.
Für Buchungsanfragen stehen die beiden gerne bereit!

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Chris

Online-Redakteur, Administrator

Szene-Aktivist. Geprägt von vielen positiven Partyerlebnissen, sowie reichlich guter Musik, geht es nun darum, der Szene etwas zurück zu geben.